My Sweet Prince (Remix)

Veröffentlicht in Kurzes Mit Tags, , , bei Mai 14, 2008 von leehongdadong

Sie fühlte sich so warm und gut an. Weich und anschmiegsam.
Innerlich triumphierend, zog ich sie näher an mich heran. Das Gefühl von absoluter Zufriedenheit kam in Wellen, wie eine gewaltige Brandung an meinen steinigen Strand.
Sie drehte sich zu mir, die Sturmflut brach in mir los, überflutete fast meine Augen.
Nur ein Kuss konnte mich jetzt erlösen, sonst würde ich in der Flut untergehen.
Gerade spitzte ich meinen Mund um das Glück zu vervollständigen, als ich vor ihren kalten Lippen zurückschreckte. Sie fühlte sich an wie… Da wachte ich auf.
Ich war in Begriff mit dem Kissen eine innige Beziehung einzugehen, der fusselige Stoff verband sich mit dem Aroma von Knoblauch und schalem Wein in meinem Mund zu einem trockenen, üblen Geschmack.
Das Frösteln überkam mich dann endgültig, als die Ereignisse der letzten Nacht von meinem Gehirn wieder Besitz ergriffen.
Sie lag vor mir.
Ihr Körper zeichnete sich unter der dünnen Decke ab, zum Glück weit genug von mir entfernt, so dass ich sie nicht spüren musste.
Bilder in meinem Kopf… Ihr fordernder Blick, ihr übertriebenes Stöhnen, mehr von Enthusiasmus als Leidenschaft getrieben. Sie wollte mehr, immer mehr.
Jedesmal wenn ich in sie eindrang wurde ich wütender, immer wütender.
Sie war sich so sicher, gewonnen zu haben, mich zu haben. Ich hingegen wollte ihr das Gehirn rausvögeln, damit sie aufhörte nachzudenken und zu planen. Als ihre Schreie schließlich versiegten, stieß ich sie weg und schlief zum Glück schnell ein.
Da lag ich nun, neben einer Frau, die ich nicht wollte und hatte von der geträumt, die ich nicht haben konnte.

Der graue Himmel, der durch das Fenster kam und zur Atmosphäre im Zimmer passte, verstärkte das sprichwörtliche Grauen in mir, wenn ich auf ihren vor Zufriedenheit triumphierenden Körper blickte, der mich ob meiner Schwäche zu verspotten schien.
Hätte ich mein Gesicht im Spiegel neben dem Bett sehen können, wäre ich vor dem Ausdruck von Abscheu und Ärger sicher selber erschrocken.
Was war hier passiert?
Wein, viel zu viel billiger Wein, der mir zu Kopf und noch woandershin gestiegen war und uns in ihrem Bett hatte enden lassen… nur weil ich mir dachte, besser als gar nichts!
Doch nun erkannte ich: Alles war besser als das hier.
Flucht, war das erste, das sich in meinen Gedanken manifestierte, neben dem Wunsch, meinen Mund zu spülen um den faden Geschmack der Erinnerungen an sie endgültig zu ertränken.
Langsam schob ich meine Beine zur Bettkante, bei dem Versuch mich aufzurichten, knarrte und ächzte das Bettgestänge verräterisch. Ungehört zu entkommen würde der Schwierigkeit eines Fluchtversuchs aus Alcatraz gleichkommen. Auf keinen Fall aber, wollte ich warten, bis sie aufwachte und anfing Fragen zu stellen. Fragen, die ich nicht beantworten konnte.
Diese Nacht war ein Fehler, ein Unfall, aber mir war klar, für sie war es die ultimative Bestätigung, daß ich sie liebte.

Mittlerweile hatte ich es geschafft mich aufzurichten, lauschte, ob sich hinter mir etwas tat. Sie bewegte sich nicht, schnaufte nur leise, verächtlich, so kam es mir vor.
Der ganze kalte Raum fing an sich vor meinen Augen zu drehen, im Dunst von Zigarettenqualm und Schweiß gesellte sich Übelkeit dazu.
Besonders laut knarrte es, bei meinem Versuch mich vom Bett zu erheben, so als mahnte es mich da zu bleiben und sie nicht in der Lüge liegen zu lassen.
Keine Regung von ihr, ihr Atem blieb gleichmäßg, nervtötend ruhig.
Anstatt meines Shirts, fand ich nur ihren Slip auf der leeren Pizzaschachtel.
Stundenlang hatte sie auf mich eingeredet, von alten Zeiten, dabei gelächelt, damit ich verstand wie toll es war, das es wieder so sein könnte, schließlich war ich ja zurückgekommen… Sie hatte ja nicht die leiseste Ahnung.
Ich hatte nur genickt, war in Wahrheit aber mit meinen Gedanken bei einer anderen Frau. Von der sie nicht mal etwas wusste, von der ich aber glaubte zu wissen, was sie gerade mit ihrem glattgegelten, braungebrannten neuen Freund tat.
Ich leerte das Glas in einem Zug und ließ zu, daß sie meine Hand ergriff.
Sie hatte von Liebe gefaselt, da musste ich lächeln, wie dumm sie doch war. Ich schaute in ihre Augen, die im Kerzenschein leuchteten, hoffnungsvoll geblendet.
Gedanklich versuchte ich ihr Gesicht zu zerschneiden und neu zusammen zu setzen, so dass es mir irgendwie gefallen könnte.
Ich suchte nach einem Hinweis, warum sie einst die Erlösung meiner Sehnsucht war, doch alles was ich fand waren ihre flehenden Augen, ihr schwarzes lockiges Haar, das in ihr Gesicht fiel, mir half an jemand anderen zu denken, als ich meine Augen schloss und anfing sie zu küssen.

Still stand ich in der Mitte des Zimmers, suchte den Boden nach meiner Garderobe ab, damit ich nicht nackt auf die Straße musste. Jede Minute hielt ich inne, um mich zu vergewissern, daß sie noch schlief. Ein und Aus, auf und ab, senkte und hob sich die Decke über ihrem Brustkorb.
Ich bemerkte, daß wir für eine Sekunde im selben Atemzug waren, da hielt ich die Luft an.
Es gab keine Verbindung mehr, diese Nacht hatte nur bestätigt, was ich längst wusste, ich wollte sie nicht mehr.
Die weiße, doppelseitige Schiebetür war das letzte Hindernis, nachdem ich Hose und Shirt gefunden hatte. Vorsichtig, wie ein Mörder der den Tatort verlässt, ohne Spuren hinterlassen zu wollen, öffnete ich die Tür einen Spalt weit. Sie quietschte, um ein vielfaches lauter als das Bett, sie steckten alle mit ihr unter der Decke.
Sie schreckte auf und säuselte mir zu.
„Wo willst du hin, mein Prinz?“
Wie ein ertappter Verbrecher erstarrte ich in der Tür. „Fuck“ brüllte ich innerlich.
„Ich muss weg“, ließ ich sie wissen, ohne mich umzudrehen.
„Brian?“, setzte sie erneut an.
„Simonique?“, ich betonte jede Silbe unschuldig, um ihren unheilvollen Fragen zu entgehen.
„Du kommst nicht wieder.“, stellte sie fest, ohne zu fragen.
Ich schob die Tür auseinander und lehnte am Türrahmen, meine Augen auf den Boden fixiert.
„Nein.“, antwortete ich und sah hoch. Sie saß auf dem Bett, ihr Haar hing wirr in ihr Gesicht, sie hielt die weiße Decke wie zum Schutz im ihren Körper fest.
Simonique fuhr sich mit einer Hand durch ihr Haar, nickte, so als ob sie verstanden hätte.
Sie faltete die Hände in ihrem Schoß und ließ ihre Schultern sinken, die Decke blätterte von ihr ab, sie hatte ihr keinen Schutz geboten.
„Warum bist du dann hergekommen? Ich dachte du fühlst wie ich… Warum?“, noch während die Anklage formuliert wurde , stand sie auf und kam auf mich zu.
Die Decke ging zu Boden, entblösste sie vollends. Ich wich ihrem tränenfeuchten Blick aus, ich hatte genug mit meinen Emotionen zu tun, ich wollte ihre nicht ertragen.
Bereit, eine Mauer aus vernichtender Offenheit hochzuziehen, teilte ich ein letztes Mal meine Gedanken mit ihr.
„Ich liebe dich nicht, darum gehe ich jetzt.“
Stille folgte, der Satz hallte noch ein paar Sekunden nach. Genug, um meine Hose anzuziehen, denn es gab nichts mehr für mich zu sagen.
Sie biß sich auf die Unterlippe, damit ich nichts von dem Beben in ihr mitbekam, doch ich bemerkte es, ob ich wollte oder nicht.

Ich griff nach meiner Jacke und der Türklinke zur selben Zeit. Gerade als ich hindurch ging, hörte ich sie im Schlafzimmer ein letztes Mal.
„Du bist der Eine.“

Die Tür fiel ins Schloss und ich ging so schnell mich meine Beine trugen, die Straße entlang. Alles war kalt, alles war egal. Ich lachte vor mich hin, während mir Tränen die Wange hinunterliefen. Ich versuchte mich mit dem Gefühl zu trösten, daß ich genauso unfair war wie die Liebe. Es war richtig so und es gab kein Zurück.
Sie hatte mein Gehirn gefickt, ich hatte sie gefickt, wir waren quitt.

Zu Hause, sofort drehte ich die Musik auf, um mich vom depressiven Klang des Klaviers und der hämmernden Drum des Schlagzeugs zu betäuben und um ihre letzten Worte verstummen zu lassen.
Ich fiel auf die Couch und dachte an meine Liebe. Als wir zuletzt gesprochen hatten, erwähnte sie beiläufig, daß sie sicher bald einen Freund finden würde, um ihm das Herz zu brechen. Sie lachte, während ich wünschte sie würde meines brechen, entgegnete ich ihr, wie furchtbar eifersüchtig ich werden würde dann.
Pause.
Eigentlich war ich schon da furchtbar eifersüchtig, aber ich war hier und sie war da, zu weit weg.
Alles war falsch, alles war verkehrt.
Wenigstens hatte ich eine Sache klargestellt, wenigstens wusste ich jetzt was ich wollte und was nicht. Die Frage war nur, für wie lange.
Ich fand mich wieder in einem Raum voller Spiegel, sie drehten sich, knarrten dabei wie das Bett. Die Spiegel zeigten ihr Spiegelbild, anstatt meines. Mit zerzausten Haaren und der Bettdecke um die Hüften gewickelt. Von allen Seiten tönte es: Du bist der Eine!
Die einzige Tür ließ sich nur schwer öffnen und knarrte so laut, wieder kam es von den Spiegeln gerufen… Auf einmal hörte ich ein Klingeln.
Ich begriff zuerst nicht, dann wachte ich auf, die Musik dröhnte immer noch aus den Boxen und mein Telefon klingelte.
Es war Josh, ihr bester Freund. Ich erwartete eine Standpauke, eine Drohung, aber ich lag falsch.
„Wann hast du sie zuletzt gesehen?“, wollte er wissen, seine Stimme klang erschüttert.
Ich schaute auf die Uhr, ich hatte drei Stunden geschlafen.
„Heute morgen, warum fragst du?“
„Nun…“, er überlegte einige endlose Sekunden, „ich habe sie vor einer Stunde gefunden.
Eine Schachtel Schlaftabletten und eine Flasche Scotch. Der Arzt konnte ihr nicht mehr helfen.“
Ich saß kerzengerade, mein Mund stand offen, ich wusste nicht was ich sagen sollte.
Sie war zu weit gegangen. Nur wegen mir? Vielleicht hatte es andere Gründe, rasten meine Gedanken. Ich schämte mich plötzlich, niemals hätte ich gedacht so zu fühlen.
„Brian?“
„Ja?“
„Das ist noch etwas…“
„Was?“ Ich war außer stande einen ganzen Satz zu bilden.
„Auf dem Spiegel stand etwas mit Lippenstift geschrieben:
Vergiss nie, mein süßer Prinz, du bist der eine!“

Alte Geschichte neu aufgelegt, die alte lasse ich mal noch stehen, zwecks Vergleichbarkeit.

My Sweet Prince

Veröffentlicht in Kurzes Mit Tags, , , , , bei Mai 2, 2008 von leehongdadong

Brian wachte neben ihr auf.
Angewidert fühlte er sich, er wusste, es wird der letzte Tag sein. Er wollte es beenden, nein er musste sogar. Er konnte sie nicht mehr ertragen. Sein Blick schweifte über die weiße Decke, unter der sich ihr Körper abzeichnete, die Haut fast so weiß wie die Decke darüber. Noch vor ein paar Stunden hatte sie unter seinen heftigen Stößen geseufzt.
Wütend, von jeder ihrer Lustbekundungen mehr angestachelt, wollte er ihr das Gehirn rausvögeln, bis sie endlich aufhörte zu denken, zu planen und zu vereinnahmen, doch anstatt vor Schmerz zu schreien, wollte sie nur noch mehr. Sie wollte ihn ganz und gar. Dafür hasste er sie, sie wollte mehr von ihm, als er ihr geben konnte, während sie ihn immer mehr zu lieben schien, wuchs sein Hass mit jedem Seufzer.
Der graue Himmel graute ihm durch das Fenster entgegen.
Er war einfach nur leer, nichts erinnerte ihn mehr daran, daß er einmal zufrieden neben ihr aufgewacht war und sie mit Leidenschaft betrachtete, es war nur noch Verachtung übrig.
Unbewegt, saß er auf der Bettkante, wie sollte er aus dem Zimmer heraus kommen ohne sie aufzuwecken? Das Bett würde bei dem Versuch aufzustehen auf jeden Fall knarren. Die heftigen Bewegungen der letzten Nacht waren zuviel für das Gestell gewesen.
Sein Plan war einfach: Verschwinden, ohne das sie etwas merkte. Keine endlosen Diskussionen, keine Tränen, er müsste ihr nicht mehr in die Augen sehen. Jedoch hatte sich das Bettgestell gegen ihn verschworen, jede noch so kleine Bewegung von ihm wurde von einem verräterischen Geräusch untermalt, das ihn innehalten ließ, angespannt war jeder Muskel, zur Flucht bereit. Wenn er lange genug still verharren konnte, würde sie sich vielleicht an das Knarren gewöhnen und nicht aufwachen.
Der Boden war bedeckt von seiner Hose, ihrem BH, einem T-Shirt sowie einem tomatenverschmierten Pizzakaufbeleg. Der rahmenlose Spiegel, der an der Wand vor ihm lehnte, zeigte das Fußende des Bettes, einer ihrer Füße schaute halb unter der Decke heraus. Es fröstelte ihn bei dem Gedanken, ihr so nahe gewesen zu sein, noch vor ein paar Stunden ihren Fuß berührt zu haben.
Der Wein von gestern Abend hatte seine Wirkung noch nicht verloren, wenn Brian den Kopf zu schnell drehte wurde ihm schwindelig, ein weiterer Grund zu viele Bewegungen zu vermeiden.
Angefleht hatte sie ihn, er möge bei ihr bleiben. Genau damit hatte sie jeglichen Reiz, den sie einmal auf ihn ausgeübt hatte endgültig vernichtet. Schon da hatte er gehen wollen, doch sie hatte ihn nicht gelassen. Ihre Tränen weckten sein Mitleid und der Wein weckte seine Lust, so endeten sie dort, wo er jetzt gefangen zu sein schien.
Nach nur drei Monaten, angefangen bei unendlichem Verlangen, nie zu finden geglaubtem Verständnis und gegenseitiger Bewunderung, anfänglich. Sie gestand ihre Liebe, er schwamm mehr oder weniger mit dem Strom, der da verheißungsvoll vor Emotion zu zerfließen schien, mit.

Schon bald aber merkte er, dass sich alles nur um sie drehte. Sie wollte alles bestimmen, war dabei aber so selbstlos, sie wollte sich nur seiner Liebe sicher sein und wenn er ihr nicht das für sie richtige Gefühl vermitteln konnte, gab es Streit.
Für eine Weile flog er so hoch mit ihr, wie er es niemals für möglich gehalten hätte, schnell kam er aber wieder auf den Boden der Tatsachen und der Aufschlag war in jedem seiner Knochen spürbar. Hatte er sie geliebt? Scheisse ja, aber die Liebe war verreckt. Innerlich sprang er bei diesen Gedanken auf und rannte aus dem Zimmer, doch die Realität sah anders aus. So vorsichtig wie nur möglich erhob er sich von der Insel ihres Glücks, die untergehen sollte. Laut hörbar knarrte es und Brian erstarrte innerlich wie auch äußerlich, als sie sich zu räkeln begann. Würde sie sich jetzt umdrehen, hätte sie sein Fehlen auf der angestammten linken Seite des Bettes bemerkt.
Es blieb beim bloßen Räkeln. Vorsichtig klaubte er Hose und T-Shirt vom Boden auf, blieb dann stehen und lauschte.
Ihr Atem war gleichmäßig, je mehr er sich aber auf ihn konzentrierte, desto lauter wurde er. Der Schwindel erfasste seine Sinne wieder, er hörte nur noch ihren Atem, während sich der Raum mitsamt Bett, Spiegel und hässlicher Kommode vor seinen Augen drehte, er hatte Mühe die Balance zu halten.
Er bemerkte, daß sein Atem denselben Rhythmus hatte wie ihrer, also hörte er auf zu atmen, jegliche Verbindung sollte enden zwischen ihnen.
Klar war es ein Fehler mit ihr zu schlafen, sie in der Sicherheit zu wiegen das Unabwendbare doch noch einmal abgewendet zu haben, aber dieser Morgen hatte es nur noch einmal bestätigt: Für ihn war es vorbei.
Die weiße Schiebetür stand nur einen Spalt weit offen, wie in Zeitlupe begann er sie auseinander zu schieben, der Weg nach draußen war greifbar nahe, da hörte er sie plötzlich verschlafen säuseln.
„Mein süßer Prinz, wo willst du hin?“
Wie die sprichwörtliche Salzsäule stand er unbeweglich in der Tür, wie ein ertappter Dieb beim Verlassen des Tatortes.
Scheisse, dachte er.
„Ich muss gehen“, sagte er, ohne sich umzudrehen.
„Brian?“ Ihre Stimme klang heiser, so als würde sie schon wieder ihre Tränen unterdrücken.
„Simonique?“ Er schob die Tür nun komplett auseinander, während er widerwillig ihren Namen aussprach, der jegliche Schönheit verloren hatte für ihn.
Als er sich dann doch zu ihr umdrehte, sah er sie auf dem Bett sitzen, die Decke um ihren Oberkörper geschlungen, das schwarze Haar hing ihr wirr ins Gesicht, die Augen blickten ihn fragend an.
„Du kommst nicht wieder.“, sie fragte nicht, sie stellte es mit einem deprimierten Unterton fest, strich sich dabei das Haar aus dem Gesicht und faltete die Hände in ihrem Schoß.
Brian stützte sich am Türrahmen ab, er hatte keinen Nerv auf eine Diskussion.

„Sag es ruhig.“, forderte sie doch eine Antwort von ihm, „Aber erkläre mir eines: Warum bist du geblieben? Doch wohl weil du mich liebst oder? Sag es mir, liebst du mich noch?“ Während sie es sagte stand sie auf und kam auf ihn zu, Tränen standen in ihren Augen. Gerne hätte er sie zurück auf das Bett gedrückt, ihr den Mund zugeklebt, damit sie nichts mehr fragen oder sagen konnte und er verschwinden konnte. Was sollte er schon sagen?
Brian verbarg sein Gesicht hinter seiner Hand und musste plötzlich lachen, es war doch ganz einfach eigentlich.
„Nein, ich liebe dich nicht und deshalb gehe ich jetzt.“
Es war völlig still, sie sagte keinen Ton, ihre Augen blickten ins Leere, so blieb sie einfach vor ihm stehen. Auch während er seine Hose anzog, stand Simonique immer noch unbeweglich vor ihm. Er wusste nicht was er ihr noch sagen sollte, nur endlich hier raus wollte er. Das weiße Laken fiel zu Boden, sie scherte sich nicht darum, versuchte stattdessen ihm in die Augen zu blicken, doch er wich ihrem Blick aus, zog sich sein T-Shirt über den Kopf und nahm seine Jacke vom Haken. Gerade als er die Klinke der Haustür herunterdrückte, hörte er sie im Schlafzimmer.
„Du bist der Eine.“
Die Tür fiel ins Schloss, ihre Worte hallten in seinem Ohr nach, während er durch den Morgennebel zu seiner Wohnung ging. Tränen rannen über sein Gesicht, er wusste nicht mal warum. Sie fickte sein Gehirn immer noch, obwohl er sich doch entschieden hatte. In seiner Wohnung angekommen, drehte er die Musik laut auf, um ihre letzten Worte aus seinem Kopf zu bekommen. So starrte er an die Decke und wunderte sich, wie schnell sich die Dinge geändert hatten, wie plötzlich aus Liebe, Hass geworden war.
Es war das Richtige, beruhigte er sich und er nahm sich vor, nicht mehr daran zu denken. Schließlich schlief er ein.
Im Traum befand er sich in einem Zimmer das sich um ihn drehte, überall waren Spiegel, jeder rief ihm zu: „Du bist der Eine!“, jeder Versuch die einzige Tür aufzuschieben endete in einem lauten Knarrgeräusch und wieder hallte es von allen Seiten, Brian hielt sich die Ohren zu, da klingelte ein Telefon.
Er realisierte, das Telefon klingelte tatsächlich. Es war Josh, ein gemeinsamer Freund.
Wann er Simonique zuletzt gesehen habe, fragte er Brian. Er schaute auf die Uhr und überlegte, vor ein paar Stunden, antwortete er. Ob sie denn verschwunden sei, wollte er von Josh wissen.
Er habe sie gefunden, eine Schachtel Schlaftabletten und eine Flasche Scotch neben dem Bett. Der Arzt habe ihr nicht mehr helfen können.
Fassungslos lauschte er den Worten, die er nicht verstehen konnte.
Warum?
Niemals hatte er sich so geschämt, dafür wie er sie behandelt hatte.
Niemals war er so wütend, auf sie, auf sich selbst.
Josh fiel noch etwas ein: Auf dem Spiegel im Schlafzimmer stünde etwas mit schwarzem Lippenstift geschrieben.
Was?
„Mein süßer Prinz – Du wirst immer der Eine sein.“

Emptiness

Veröffentlicht in Zusammengereimt bei Mai 1, 2008 von leehongdadong

An empty room, grey light intruses through sad, dusty windows,
enlights the room sparely.
Stone walls seem to tell stories from warmer times,
when we still believed it can be well.
Now there is no sign left,
no wallpaper, covering the naked truth,
no colour, making rainy days seem brighter.
Stone cold walls, like stone cold hearts,
telling stories about love,
that has once lived in them.
A wooden chair, lost in darkness,
no need to sit, no need to rest,
not a place of calmness anymore.
We don`t belong here,
we don`t live, don`t love here anymore.
Given up, what was once ours,
left each other, closed a chapter and the door.

A Beautiful Mind

Veröffentlicht in Zusammengereimt bei Mai 1, 2008 von leehongdadong

There she sits, in the garden of her insecurity,
on a stone so cold and hard,
above her the sky, full of grey, thick clouds,
like all those problems she can`t solve,
threatening with rain and thunder.

There she sits, between the trees,
who carried cherry blossoms once,
when it all began to grow,
and now just look like wooden creatures,
begging for release, oh how she wishes so.

There she sits, surronded by grass,
former green, now dull and grey,
every spear a sorrow that grows, every day.

There she sits, beside the pond,
looking at the reflection of herself,
blurred by her tears,
asking where she belongs.

Wishes, needs, feelings, fears and sorrows,
all waiting to be discovered and solved,
in the garden of her beautfiful mind.

And here i sit, looking at her,
seeing the clouds, the trees, the grass and the pond.
How i wish i could bring out the sun,
fill the trees and lighten up the grass.

Oh how i wish i could make you see where you belong.
Make you see, that the paradise is in you,
how strong you can be,
and that a single smile, can set you free.

Der Sommer kommt auf Sommerreifen!

Veröffentlicht in Le Blog bei April 30, 2008 von leehongdadong

An dieser Stelle möchte ich, zum eigentlich wiederholten Male, das mir liebste Musikvideo teilen.

Sommer, irgendwann in den Siebzigern. François ist nervös, weil spät dran. Die Sonne steht noch tief und kaum über den Dächern von Paris, die Tauben gurren. Wird er es noch rechtzeitig schaffen seine Marie zu treffen?

Clip zum Song: Open Your Eyes - von SnowPatrol

Die Spiele auf Chinesisch

Veröffentlicht in Le Blog Mit Tags, , , , , bei April 29, 2008 von leehongdadong

Noch 100 Tage!

Am 8. August 2008 werden dann die 29. Olympischen Sommerspiele im Nationalstadion von Beijing, der Hautpstadt der Volksrepublik China eröffnet.

Bis zum 31. August werden 302 Wettbewerbe mit ca. 10.500 teilnehmenden Athleten aus 205 verschiedenen Nationen ausgetragen.

Oder doch nicht?

Seit der Vergabe der Spiele im Jahr 2001, mehren sich nun die kritischen Stimmen, die sogar einen Boykott verschiedener Länder fordern.

Doch warum nur?

China und die Menschenrechte. Das ist eine Geschichte voller Missverständnisse, die vorallem in Inneren passieren.

Etwa 10.000 Menschen (Dunkelziffer) werden pro Jahr exekutiert.
Sei es, weil sie sich regimekritisch geäußert haben, einen Skandal der Regierung aufdeckten, oder einfach zur falschen Zeit am falschen Ort waren.

Weitere 280.000 pro Jahr sterben in Konzentrationslagern, in denen die Häftlinge zurück zur allgemeinen Ordnung finden sollen.

Viele weitere “Quertreiber” werden schwupps inhaftiert und somit fürs Erste mundtot gemacht.

Tibet

Im Jahre 1953 unterzeichnete Tibet auf militärischen Druck Chinas hin, ein 17-Punkte Abkommen. Dieses sieht die Annektierung Tibets zum chinesischen Staatsgebiet vor, bei weitgehend autonomer Innenpolitik. Dieses Abkommen wird von den Tibetern, allem voran dem Dalai Lhama, zähneknirschend (aber leise) hingenommen, jedoch nicht als rechtens akzeptiert.

Die seit einigen Wochen andauernde, feuergewaltige Wortmeldung der Tibeter, um auf diesen unlauteren Vertrage aufmerksam zu machen, wird von China mit der Besetzung und Verbannung ausländischen Beobachter und Journalisten beantwortet.
Viele Protestanten sterben.

Bei Siddharta!

Wie konnte man so einer Nation die olympischen Spiele anvertrauen?

Sollten diese Festspiele der Völkerfreundschaft, die im friedlichen Wettstreit um Medaillen und Ruhm kämpfen in einem Land stattfinden, welches sich solcher Verbrechen schuldig macht?

Allgemeinhin versteht sich das Internationale Olympische Komitee als “Nicht-politisch”, gilt dabei aber als durchaus beeinflussbar, was die Vergabe der Spielorte betrifft. Und nicht zuletzt die Erklärungen, warum die Spiele an China vergeben wurden, sind zumindest interessant.

So wird die starke Präsenz und Kontrolle der Regierung, als “gesund” bezeichnet und das politische System als für “China funktionierend” erkannt.

Die Todesstrafe finde ich dabei interessant. China ist nicht das einzige Land, in dem diese Praxis noch etabliert ist. Auch in den Vereinigten Staaten von und zu Amerika, dem Sinnbild der mordernen westlichen Kultur, gibt es sie noch.

Und wer würde beim studieren der Nachrichten nicht auch Josef Fritzl, dem tyrannischen, perversen Schänder einer ganzen Familie, die Todesstrafe gönnen?

Auch in China sieht man das nicht anders. Man weiß was erlaubt ist und was nicht, wen es erwischt, der hat eben Pech.
Das sind die Chinesen eben so gewohnt.

Presse- und Meinungsfreiheit? Was das Chinesische Volk wissen muss, das weiß es auch. Alles andere, ist Propaganda.
Auch das sind die Chinesen so gewohnt.

Die Regierung Chinas ist bemüht die Lebensbedingungen zu verbessern. Mit dem starken wirtschaftlichen Aufschwung der letzten Jahre, ist die allgemeine Armut von ehemals über 50 % auf etwa 8 % gesunken. Das sind ca. 104 Millionen Menschen.

Die Gehälter sind, zumindest in den Städten, angestiegen. Die Menschen häufen Wohlhaben an, zumindest manche. Und darauf ist man stolz.

Das Privateigentum wird vom Staat als Privat respektiert, solange es legal ist. Keine Kollektive, sondern Marktwirtschaft, so lautet die neue Prämisse.

Im Zuge der Baumaßnahmen für die Spiele mussten viele Menschen umgesiedelt werden. Die Zahlen schwanken leicht, von 1,5 Millionen, laut Zentrum für Wohnrecht, bis hin zu 10.000 Umsiedler, seitens der Regierung.
Respekt für Privateigentum hat seine Grenzen.

Bettler und geistig Behinderte werden für die Dauer der Spiele aus Peking ausgewiesen. Ausländische Studenten ebenso. Der Smog und das mit Schadstoffen belastete Trinkwasser aus den Leitungen, können leider nicht ausgewiesen werden, natürlich hat es die Regierung Chinas aber zumindest versucht.

Mit Dank an Wikipedia für das Tilgen meines Hungers nach Quellen für Informationen, komme ich zu einem Fazit:

China ist ein großes Land, mit vielen Menschen. Die Regierung weiß das und tut sein Bestes, den Menschen nur genau das zukommen zulassen, was sie für gut erachtet. Das ist nicht besonders viel. Die Regierung darf nicht in Frage gestellt und schon gar nicht geschädigt werden. Denn was Generalstreiks oder Demonstrationen auslösen können, hat man 1989 auf dem Platz des himmlischen Friedens gesehen. Da der Informationsfluss stark gehemmt wird und sehr bewusst gesteuert ist, wissen die meisten Menschen auch nichts davon, daß sie es besser haben könnten, bzw. es besser haben müssten.

China ist anders, China ist eigen. Trotz aller Kritik muss man einige Dinge der Historie und der Kulturprägung zuschreiben. Manches wird dadurch nicht Richtiger, aber es hilft vielleicht bei einem Dialog.

Und genau den haben die Olympischen Spiele angestossen. Sonst hätte ich ja niemals diesen Artikel geschrieben!

Darum heißt es dieses Jahr “The games will go on” - Immer noch. Ich hoffe allerdings, daß die Diskussionen nicht am 31. August, mit der Abschlussfeier der Spiele enden, nur weil sie aus dem medialen Fokus gerückt sind. Und hoffentlich ist den Leuten klar, diese Spiele werden geschönt sein, viele mussten und werden leiden, damit sie stattfinden, aber letztlich.. welches Land wäre schon besser gewesen?

Hello WordPress!

Veröffentlicht in Le Blog bei April 29, 2008 von leehongdadong

Ich bin wieder hier, war nie wirklich weg. Aber ich war noch nie hier. Neues Blogportal, neues Glück?!

Sieht alles sehr nett aus, aufgeräumt, international, ansprechend! Schaun’ n mer mal!